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Von Brigitta Klose
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"Finsternisse astrologisch deuten" Buchbesprechung aus: "Hamburger Hefte" 3/99 |
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Es freut uns, in diesem Heft ein Buch vorstellen zu können, das sicher viele Fragen zu Sonnen- und Mondfinsternissen beantworten hilft.
Claudia von Schierstedt erklärt zunächst einfach und doch umfassend die astronomischen Voraussetzungen únd Gegebenheiten bei Sonnen- und Mondfinsternissen. Dabei erfährt der Leser so manches nicht allgemein Bekanntes, z.B. daß Sonnenfinsternisse zwar bei Neumond stattfinden, aber nur, wenn sich die Konjunktion Sonne - Mond in der Nähe des Mondknotens ereignet. Des weiteren bestimmt der Orbis zwischen Neumond und Mondknoten, ob es sich um eine totale, eine ringförmige oder eine partielle Sonnenfinsternis handelt. Mondfinsternisse wiederum können nur auftreten bei Vollmond, aber auch hier ist der Orbis zum Mondknoten wichtig. Tabellen geben einen schnellen Überblick. Zeitpunkt und Dauer von Finsternissen sind nicht einfach festzulegen. Soll man den Zeitpunkt der stärksten Verdunkelung nehmen oder die exakte Konjunktion oder Opposition von Sonne und Mond? Was zeitlich auseinanderfällt. Die alten Astrologen benutzten den Zeitpunkt der genauen Konjunktion oder Opposition, verfolgten aber ebenso die Entwicklung einer Finsternis. Wir finden in dem Buch auch die Zyklen der Finsternisse: den Meton-Zyklus und den Saros-Zyklus, deren Studium besonders für historisch interessierte Astrologen wertvoll sein dürfte. Für die Deutung von Finsternissen beruft sich Schierstedt auf Ptolemäus und gibt einfache Grundregeln: daß die Wirkung von Sonnenfinsternissen stärker und nachhaltiger ist als die von Mondfinsternissen. Daß die Wirkung umso stärker ist, je stärker die Verfinsterung. Daß dabei die Anzahl der beteiligten Planeten und die Stärke der Aspekte die Wirkung potenziert. Der wichtigste Punkt für eine Finsternis ist der Tierkreisgrad, auf dem das verfinsterte Licht (Sonne oder Mond) steht. Das ist der Finsternisgrad. Die Wirkung von Finsternissen bespricht die Autorin anhand zweier Beispiele: das Zugunglück von Eschede als Negativ-Wirkung und den Übergang von der konstitutionellen Monarchie zum Parlamentarismus als Positiv-Beispiel. Beim ersten Beispiel wird deutlich, daß die Wirkung einer Finsternis im allgemeinen von ihrem Eintreten bis zur nächsten Finsternis reicht, wobei Transite über den Finsternisgrad in der nachfolgenden Zeit beachtet werden müssen. Ich gehe hier nicht im einzelnen auf ihre Beweisführung ein, aber sie scheint mir folgerichtig und stichhaltig zu sein. Die systematische Deutung von Finsternissen geht zurück auf Ptolemäus, Lilly und Junctinus. In der modernen Astrologie wurden Finsternisse wenig beachtet, so daß neuere Quellen entfallen. Bei der Bestimmung des Herrschers über den Finsternisgrad nimmt sie die alte Einteilung vor der Entdeckung von Uranus, Neptun und Pluto. Tabellen geben die Herrscher für Tag- und Nachthoroskope an. Die Wirkungsstärke gliedert sie wie folgt: Die Anzahl der Sterne kennzeichnet die Stärke.Auch Planeten und ihre Aspekte zum Finsternisgrad spielen bei der Deutung eine wichtige Rolle, was ebenfalls durch Tabellen verdeutlicht wird. Die Regeln werden am Beispiel der totalen Sonnenfinsternis vom 26.2.98 und der ringförmigen vom 22.8.98 erläutert.Um zu erkennen, wo sich die Finsternis bemerkbar machen kann, zieht Schierstedt die Astrokartographie heran .Die vertikalen Linien entstehen dadurch, dass alle Orte, an denen zum Zeitpunkt der Finsternis ein Planet am MC oder IC steht, zu einer Linie verbunden werden.Die kurvigen Linien verlaufen über alle diejenigen Stellen, an denen ein Planet gerade exakt am Aszendenten oder Deszendenten steht. Sie nimmt also eine Wirkung nicht nur für die Orte an, wo die Finsternis sichtbar ist, sondern prüft anhand der kartographischen Darstellung, wo sich wichtige Bezüge zu einem Land, einem Staatshoroskop oder dem Horoskop eines Regierungschefs ergeben. Auch in den Radix-Horoskopen einzelner Menschen können Finsternisse Wirkungen zeigen: wenn eine Verbindung von Finsternisgrad mit einem Radix-Planeten, dem Radix-MC oder -AS gegeben ist, was sie am Beispiel von Bill Gates und Nixon belegt. Ein Ausblick auf die Sonnenfinsternis vom 11.8.99 findet sich zum Ende des Buches. Claudia von Schierstedt ist der Ansicht, daß diese an Wirksamkeit alle anderen gehabten SF übertrifft und sich schon seit Jahren bemerkbar gemacht hat. Sie vermeidet aber apokalyptische Visionen und schließt mit den Worten: Vergleicht man die internationale Situation vor zwölf Jahren mit der heutigen Lage, so kann man guter Hoffnung sein, dass die Menschheit auch mit den Herausforderungen dieser nicht ganz einfachen Sonnenfinsternis im Sommer 1999 fertig werden wird. Ein gutes, ein empfehlenswertes Buch, das im Bücherschrank eines Astrologen nicht fehlen sollte. ***
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