Hamburger Hefte Artikel - Titel-ID #1006

Trimborn, Karl: Mein Weg zur Astrologie

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Karl Trimborn (1913-2010)

aus Hamburger Hefte 1/1984, S.9-10, www.Witte-Verlag.com, Artikel id#1006

Bei Gesprächen mit Astrologen habe ich feststellen können, dass es oft seltsame Wege waren, die sie zur Beschäftigung mit ihrem Hobby geführt haben. Auch bei mir war der Weg der Selbsterkenntnis und der anschließenden Selbstverwirklichung in dieser Richtung recht eigenartig gewesen.

Gegen Ende Mai 1937 lernte ich in Zürich einen Herrn kennen, mit dem ich mich u.a. auch über meine damalige Lieblingsbeschäftigung die angewandte Psychologie in der Form von graphologischen Charakteranalysen unterhielt. Er war an diesem Thema sehr interessiert und sprach dann von seiner Tätigkeit, u.a. mit Hilfe von statistischen Untersuchungen festzustellen, ob die Konstellationen der Sterne die Glaubwürdigkeit der Astrologie testieren können. Über die Ergebnisse seiner Forschungen habe er in einem hiesigen Verlag bereits einiges veröffentlicht. Ich hatte damals keine Vorstellung von diesem Wissensgebiet, äußerte aber dennoch meinen Zweifel über die Aussagemöglichkeiten der Astrologie hinsichtlich schwerwiegender Ereignisse.

Mein Gesprächspartner war über diese Skepsis vermutlich etwas verärgert und sagte mir wörtlich:

»Da Sie sich ebenfalls mit Psychologie befassen, werde ich bei Ihnen einmal ein Exempel statuieren. Geben Sie mir Ihre Geburtsdaten und Sie werden von mir hören.«

Nach ca. 3 Wochen erhielt ich einen Brief, in dem er mir u.a. folgendes mitteilte:

»Sie haben ein sehr interessantes Horoskop, aus dem auch Ihre Beschäftigung und Begabung für eine psychologische Tätigkeit erkennbar ist. Obwohl Sie derzeit die Aussagemöglichkeiten der Astrologie noch anzweifeln, mache ich Ihnen folgende Prognose: Sie werden sich eines Tages sehr intensiv mit der Astrologie befassen. Ich habe ferner festgestellt, dass im Winter 1942 die Möglichkeit einer schweren Körperverletzung und einer Operation besteht, die Sie jedoch überstehen werden, da Ihre Lebensuhr zu dieser Zeit noch nicht abgelaufen ist. «

Im Briefkopf dieses Schreibens stand der Name Karl-Ernst Krafft. Erst nach dem Kriege habe ich erfahren, dass Dr. Krafft ein sehr ehrgeiziger Schweizer Astrologe war.

Wie viele bekannte deutsche Astrologen, wurde auch der seinerzeit in Berlin lebende Dr. Krafft verhaftet. Man brachte ihn in das K. Z. Oranienburg. Anfang Januar 1945 sollte er in das K. Z. Buchenwald verlegt werden, starb jedoch auf dem Transport durch Typhuserkrankung.

Leider hat sich die von Dr. Krafft erstellte Prognose bei mir im Russland-Feldzug realisiert:

Am 3.2.1942 gegen 02.00 Uhr durchschlug ein Patronen-Querschläger meinen rechten Oberschenkel und zerriss dabei die Schlagader. Noch in der Nacht wurde ich von einem russischen Bauern nach Reschew zum Hauptverbandsplatz gefahren. Von dort kam ich per Bahn ins Lazarett nach Warschau.

In mehreren Operationen versuchten die Chirurgen zunächst [...]



Metadaten:
Autor
Trimborn, Karl
Artikel
Mein Weg zur Astrologie
Hamburger Hefte
1984/1
laufende Heft-Nr
93
Seite
9
id#
1006


Angaben ohne Gewähr.

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