Gründungs-Bericht des
Astrologen-Verein 'Hamburger Schule'

Auf Einladung von Friedrich Sieggrün versammelten sich am 31. Oktober, abends 8 Uhr, in seiner Wohnung (Altona, Neueburg 9) 17 Herren zur Gründung eines Vereins, der die Pflege und Verbreitung der Astrologie und die Erforschung ihres Wahrheitsgehaltes zum Ziele hat. Die Bestrebungen sind darauf gerichtet, die Astrologie den übrigen anerkannten Wissenschaften als vollkommen gleichberechtigt anzugliedern. Die Förderung dieses Zieles geschieht mit allen brauchbaren Mitteln. Die Arbeiten der Mitglieder müssen von einem Geiste getragen sein, der kritischen Anforderungen entspricht. Die zur Anwendung gelangenden Arbeitsmethoden müssen eine Nachprüfung der Resultate gestatten.

Diese skizzierten Bestrebungen wurden durch Friedrich Sieggrün in einer Ansprache näher erörtert; hierbei wurde von ihm darauf hingewiesen, dass bezüglich des Entwicklungsganges der Astrologie die »Hamburger Schule« die Richtung sei, die diese Gedanken am reinsten verkörpere und in ihren Arbeiten zum Ausdruck bringe. Dieselbe ist sich bewusst, dass einer Anwendung der Astrologie die Klarlegung ihrer theoretischen und astronomischen Grundlagen vorangehen muss Auf diesem Gebiete klärend einzugreifen, erachtet sie als ihre vornehmste Pflicht. Aus der Überlieferung wird sie die Axiomata dieser uralten Wissenschaft übernehmen und alle weiteren Lehren einer strengen Kritik unterwerfen, um jeden abergläubischen Ballast, welcher der Astrologie in hohem Maße anhaftet und von ihren Anhängern in der Praxis kritiklos angewandt wird, aus ihrem Bereiche zu entfernen.

Das zu erreichende Ziel wird nicht darin erblickt, mittels völlig unzureichenden Mitteln durch Prognose die Zukunft zu ergründen, sondern durch die Untersuchungen die Exaktheit der Metagnose zu steigern. Speziell anfänglich hat sie sich dieser Aufgabe zu widmen.

Der entwickelte, Gedankengang wurde beifällig aufgenommen. Nach der Anfrage des Herrn Sieggrün, ob ein Zusammenschluss in diesem Sinne erwünscht sei, erfolgte allseitige Zustimmung.

Somit wurde der Verein als gegründet erklärt, am 31. Oktober 1925, nachm. 9h45'51" MEZ., durch Stoppuhr gemessen und mittels telefonischem Zeitdienst der Sternwarte kontrolliert.

Herr Witte überreichte nunmehr dem -neugegründeten Verein einen Stadtplan, der es ermöglicht, für Hamburg und Umgegend die genauen geographischen Positionen zu entnehmen. Hiernach erfolgte die Gründung unter 9°57'24" östl. Länge und 53°33'04" n. Br.

Die sodann erfolgte Vorstandswahl ergab folgende Ämterverteilung:

1. Vorsitzender: Friedrich Sieggrün,
2. Vorsitzender: Alfred Witte,
3. Schriftführer: Ludwig Rudolph,
4. Kassierer: Hans Rügamer.

Nach erfolgter Aussprache wurde dem Verein der Name: Astrologen-Verein »Hamburger Schule« gegeben.

Die treibenden Kräfte, die zur Gründung des Vereins drängten, sind: Alfred Witte, Friedrich Sieggrün, Ludwig Rudolph, Hans Feddern. Letzterem war es aus beruflichen Gründen leider nicht möglich, an der Gründungsversammlung teilzunehmen.

Der Verein tagt vierzehntägig.

Im Dezember 1925 hielt Friedrich Sieggrün zwei Einführungsvorträge. [...]

Astrologen-Verein »Hamburger Schule«. Ludwig Rudolph, Schriftführer

Veröffentlicht im "Nachrichtenblatt" Jahrgang II
Nr. 9-10, S. 94-95, eine Beilage der "Astrologischen Rundschau",
Jahrgang. XVII, Dez. 1925/26

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